Psychologe Jürgen Plechinger

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Der Weg ist das Ziel - oder doch etwas mehr?

Ich möchte, an dieser Stelle, mein ganz persönliches Jahresziel vorstellen. Jahresziel deswegen, da ich mir dafür genau 365 Tage Zeit nehme. Start war zu meinem Geburtstag im Februar 2021.

Wozu brauche ich überhaupt ein Ziel? Ich habe, in den Jahren nach dem Leistungssport gemerkt, dass es mir teilweise schwer gefallen ist, mich für regelmäßige Bewegung zu motivieren (und dies natürlich obwohl ich weiß wie gut mir diese Bewegung tut!). Das heißt nicht, dass ich nichts gemacht habe, jedoch gab es immer mehr "Ausreden" fürs nichts tun (das heißt mein Schweinehund hat zugeschlagen). So habe ich mich schon im Jahr 2019 dazu entschlossen, mir verschiedene Jahresziele zu setzen. So auch im Jahr 2021.

Mein persönliches Ziel 2021: mein persönliches Ziel für heuer ist - schlicht und ergreifend - 500 000 Höhenmeter bergauf (entweder zu Fuß oder mit dem Mountainbike). Das sind ca. 9600 Höhenmeter pro Woche, knapp 2000 pro Tag, bei jedem Wetter. Aufgeteilt auf fünf Tage pro Woche (weil die restlichen zwei Tage mache ich körperliche Pause). 

Der Weg ist das Ziel - oder? Auf der einen Seite ist es für mich persönlich total wichtig, ein klar definiertes Ziel zu haben (mit einem klaren Anfangs- und Endzeitpunkt). Auf der anderen Seite lebe ich jetzt jedoch von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Monat zu Monat und irgend wann sind die 365 Tage, 52 Wochen bzw. 12 Monate (hoffentlich erfolgreich) absolviert. Und wenn nicht, habe ich alles dafür gegeben und jeden Tag auf dem Weg zu meinem Ziel genossen! Was ich damit sagen will: sowohl klare "Ergebnisziele" (500000 Höhenmeter in 365 Tagen) sind für meine Motivation wichtig, als auch den Weg dort hin bewusst wahr zu nehmen und somit auch täglich positive Energie zu ernten.

Mein Start erfolgte am 8. Februar. Und es war am Schöckl (siehe Foto).

Heute (07.09.) habe ich genau 277 000 Höhenmeter, war bereits 200 mal am Schöckl. 

Um ein so großes Ziel zu erreichen, sind viele Faktoren wichtig. Für mich das Entscheidendste ist es jedoch: nicht (zu viel) darüber nachdenken, was man da macht. Besser ist: einfach tun und es fließen lassen! Besonders an Tagen, wo es nicht von Anfang an rund läuft. Hineinspüren, loslassen und schauen was geht. Genau diese Tage sind es, die mich extrem weiter bringen. Denn: wenn´s leicht geht, ist es keine große Kunst, 2000 Höhenmeter pro Tag zu absolvieren...  

13.09.21: Manchmal im Rudel (siehe Foto) - meist bin ich jedoch alleine unterwegs. Dies hat den Vorteil, dass es besser "fließen" kann. 21 Wochen liegen noch vor mir, 31 sind bereits hinter mir! Die Jahreszeiten spüren - in jeglicher Hinsicht. Ob Schnee, Regen, Nebel oder eben Sonnenschein - alles hat etwas für sich. Es macht überhaupt keinen Sinn sich über Dinge (zu viel) Gedanken zu machen, welche ich nicht beeinflussen kann. Darum: annehmen und weiter am Weg...